Batu-Caves

Die Batu-Caves liegen, so man sich mit öffentlichen Verkehrsmitteln fortbewegt, eine halbe Stunde außerhalb von Kuala Lumpur. Mehrere hinduistische Tempelanlagen schmiegen sich dort an einen dicht bewaldeten Hügel. Weil wir das Innere solcher Anlagen bereits in der Stadt gesehen und dort, wie zuvor in Singapur, auch eine kleine Zeremonie miterlebt hatten, bewegen wir uns diesmal zügig auf die Hauptattraktion zu, die nicht nur durch angrenzende Souvenirshops kenntlich gemacht wird:

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Ebenso respekteinflößend wie die 2006 fertiggestellte, 42m hohe Statue des Gottes Murugan sind die 272 Stufen, die zu den oberen Tempelhöhlen führen. Allgegenwärtig vom Fuße der Treppe bis ins Innere des Berges wirken zudem Horden von Makaken: Die Äffchen bewegen sich ungeniert im Strom der Besucher fort, jedenfalls bis sie per Warnschuss kurzzeitig in die bewaldeten Felsen zurückgetrieben werden. Dort tummeln sich sicherlich mehrere hundert der Tiere.

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Wir ersparen hier die äußerst unansehnliche erste Höhle, die vor allem als riesiger Zubringer für den Tempel, daneben aber auch als Material- und Mülllager des Areals fungiert: Ausrangierter Schreindekor, eingefallene Holzaufbauten und vor allem viel Dreck stehen im krassen Gegensatz zur erhabenen Wirkung des Ortes nach außen. Das fällt wohl nur dann nicht negativ auf, wenn die Besucher in so großer Zahl zum Haupttempel drängen, dass man eher mit dem eigenen Vorankommen als mit Beobachtungen beschäftigt ist. Stimmiger wäre die Umgebung definitiv, wenn einmal aufgeräumt würde.

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Der nach oben offene Felsenkessel verfehlt seine Wirkung dann aber trotzdem nicht. Man kommt nicht umhin, sich selbst im naschenden Äffchen wiederzufinden, das in günstiger Position die Aussicht zu genießen scheint:
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Wie erstaunte Makaken fühlten wir uns auch, als der Dienst habende Hindu-Priester uns bei der Besichtigung des Tempelinneren innerhalb von kürzester Zeit nicht nur einen, sondern gleich mehrere Segenswünsche verspendete: Kaum, dass wir uns versahen, hatten wir Kerzen entzündet und knieten in Erwartung göttlicher Wohltaten vor dem Heiligtum. Aber: schaden kann es ja nicht, dass Murugan Alex and Marius from Germany nun guard, luck und wahrscheinlich auch health schickt, da leistete man die erbetene milde Gabe doch gerne (obwohl wir bereits an einer der zahlreichen Tonnen gespendet hatten, die in der Höhle zu diesem Zweck aufgestellt waren). Freilich stand der Feierlichkeit der Zeremonie ihre nüchterne Abwicklung etwas im Wege, doch schienen die anderen Fahrgäste auf dem Heimweg die verschiedenen Zeichen auf der Stirn durchaus wohlwollend zur Kenntnis zu nehmen und wir konnten gegenüber dem Priester des zweiten Tempels, den wir nach dem Abstieg am Fuß der Treppe besuchten, auf unsere bereits umfassend geleistete finanzielle Unterstützung sowie unseren breiten Einbezug in die Gebete seines Kollegen verweisen und deutlich machen, dass wir momentan keiner weiteren Zeremonie bedurften.
Die Szenerie der senkrechten, mit Affen bedeckten Felswände in Kombination mit aus Lautsprechern dröhnender Musik und den zum Teil nur schummrig beleuchteten Schreinen schuf jedenfalls eine sehr eigene, etwas surreale Atmosphäre. Aufrechterhalten wurde diese dann aber nur, solange man die anderen Kameras und die Selfiesticks ignorierte, sie überlebte aber jedenfalls nicht den Rückweg durch die Depothalle und an den direkt am Höhlenausgang positionierten Souvenirshops vorbei.

Vieles an den Batu-Caves wirkt widersprüchlich: Die eremitische Lage der Tempel im Inneren eines Berges und der vergleichsweise aufwendige Zugang über knapp 300 Stufen korrespondieren nicht mit der touristischen Präsenz, die durch die enge Anbindung an das Verkehrsnetz Kuala Lumpurs aber auch nicht verwundern darf. Andererseits entspricht der Zustand der Örtlichkeit aber auch weder ihrer Aufbereitung als Touristenattraktion, noch der Bedeutung, die sie als Heiligtum vielleicht genießen sollte. Schön zum Anschauen wars trotzdem. Nur die Höhlenbesichtigung mit Fledermäusen haben wir uns angesichts der Cavingerfahrung in Budapest einerseits und der ausführlichen Begutachtung des Fressvorgangs bei Fledermäusen im Singapurer Zoo andererseits guten Gewissens gespart.

Unser aktueller Aufenthaltsort ist Pulau Pangkor an der Westküste Malaysias. Gutes Internet und viel leisure time am Coral Beach machen die Aufbereitung der bisherigen Reise nun angenehmer (damit sind endlich auch die Kuala-Lumpur-Impressionen verfügbar). Dafür haben wir die Hälfte jetzt auch schon wieder vergessen.

Ein Gedanke zu “Batu-Caves

  1. Huhu ihr Lieben! Ist das Internet wieder schlechter oder macht das Schreiben keinen Spaß mehr :-(? Ich bin richtig hungrig nach deinen Berichten lieber Marius – und deinen Fotos meine Süße! Na ja, und schließlich wollen wir auch nicht, dass ihr wieder die Hälfte vergesst 🙂 nicht wahr? Tausend Schneebussis von zuhause!

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