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Vietnam: Hue

Die Strecke von Hoi An nach Hue legten wir mit dem Roller zurück, während das Gepäck separat von der vermietenden Firma transportiert wurde.

Warnungen vor Wetter und Klima Nordvietnams waren uns bereits zur Genüge zu Ohren gekommen, schlussendlich machten sich Regen und kühle Luft dann aber bereits vor dem Erreichen der eigentlichen Wetterscheide, dem Hai-Van-Pass, bemerkbar.

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Schon beim Zwischenstopp an den Marble Mountains, deren Marmorvorkommen längst abgebaut sind, und dem Besuch einiger der unzähligen dort gelegenen Pagoden und Heiligtümer im Berg brachen die Wolken das erste Mal.

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(Im Innern des Berges.)

Dies wirkte sich insofern nachteilig aus, als wir den Roller fahrlässigerweise privat vor einem Laden geparkt hatten, um der offiziellen Parkgebühr zu entgehen. Einem Marmorladen. Der unverdächtige Deal: Wir könnten kostenlos parken, lediglich nach der Besichtigung sollten wir ein kleines, günstiges Andenken erwerben. Der Regen sorgte nun aber für eine ganz und gar ungünstige Verhandlungssituation, konnte die (zwar nette) Verkäuferin so doch relativ ungeniert ihre eigenwilligen Buddhafigürchen darbieten und sich relativ standhaft weigern, einzusehen, dass umgerechnet 25-30 Euro nicht spontan ins Rucksackreisendenbudget passen und auch nicht eben das sind, was man sich als kleines Dankeschön für die Ersparnis der Parkgebühr vorstellt.

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Am Ende ging die Fahrt dann im Regen weiter, immerhin blieb es aber bei fünf Euro (für eine nun freilich reichlich fehlerbehaftete Arbeit) und dem abgepressten Versprechen, wiederzukommen und höherpreisig einzukaufen, sobald die finanziellen Verhältnisse es zuließen.

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Noch kühler und verregneter wurde es dann allerdings nach der Überquerung des Wolkenpasses, der seinem Ruf, sich konstant in Nebel zu hüllen, mehr als gerecht wurde.

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Die nächste auf der Route gelegene Sehenswürdigkeit brillierte nicht mit großer Ästhetik, stellte dafür aber ein Paradebeispiel für die  misslungene touristische Erschließung markanter landschaftlicher Wegmarken in Vietnam dar: Bei den sogenannten Elephant Springs handelt es sich um optisch mäßig spektakuläre Stromschnellen mit wenig Gischtbildung, eine Attraktion also, die den Namen kaum verdient, was die Verantwortlichen jedoch nicht davon abgehalten hatte, die Umgebung großzügig mit Campingplätzen und diversen Betonblöcken zuzukleistern, die möglicherweise ein Ressort hätten werden sollen – wären nicht irgendwann Geld, Zeit und Lust ausgegangen, vielleicht nicht zuletzt, weil sich eben trotzdem niemand so recht für die Örtlichkeit begeistern konnte. Übrig blieben in jedem Fall nur heruntergekommene Pfeiler, zerfledderte Plastikplanen und ein großer Haufen Müll, was die Landschaft dann freilich auch nicht attraktiver macht. Nach selbigem Muster wurden auch schon in Dalat diverse Sehenswürdigkeiten, vor allem Wasserfälle, wohl in der Hoffnung auf viele neue Reisebusse erfolgreich verschandelt und dann sich selbst überlassen. Nie abgezogen wird dagegen das Personal, das auch für die nun überaus mediokren Attraktionen noch fleißig Eintrittsgelder kassiert.

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Der Aufenthalt in Hue selbst verlief dann angesichts des Wetters denkbar unspektakulär: Selbst die ehrwürdige Zitadelle der alten Kaiserstadt entfaltete ihren Charme im Dauerregen nur begrenzt und da amerikanische Bomben im Vietnamkrieg großzügige Open-Air-Bereiche geschaffen hatten, waren auch nur kleine Teile des weitläufigen Areals trockenen Fußes zu erkunden.

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Da die Hauptattraktion zusammen mit dem generellen Besichtigungseifer ins Wasser fiel, kamen die im Guesthouse verfügbaren anglophonen Sender gerade recht. Zudem machte sich zum ersten Mal die Lust auf europäisches Essen derart bemerkbar, dass ein Abend im Ristorante unausweichlich war. Spannender schmeckten wieder einmal die Gerichte des am Folgetag aufgesuchten vegetarischen vietnamesischen  Restaurants, doch wie auch sonst hier im Blog müssen die exotischen Speisen, die einen großen Teil des Reizes der südostasiatischen Entdeckungsreise ausmachen, weitestgehend unerwähnt bleiben: Wenn weder der Name des Gerichts, noch alle Zutaten, noch die Zubereitungsweise wirklich bekannt sind, ergibt eine Aufzählung doch nur wenig Sinn. Auch das “Foodselfie” kann hier nur begrenzt Abhilfe schaffen, zumal diese bereits seit Malaysia nicht mehr konsequent geschossen wurden.